Beim Aushub für ein Mehrfamilienhaus im Bayreuther Stadtteil St. Georgen stieß der Bagger unerwartet auf eine Wechsellagerung aus sandigen Kiesen und schluffigen Linsen. Der Bauleiter stand vor der Frage: Wie klassifiziert man diesen Boden korrekt, um die Tragfähigkeit der Gründung sicher zu bewerten? Genau hier setzt die Korngrößenanalyse an. Mit einer kombinierten Sieb- und Schlämmanalyse nach DIN 18123 ermitteln wir die exakte Kornverteilung – von den Grobanteilen bis in den Feinstkornbereich unter 0,063 mm. In Bayreuth, wo die Böden zwischen den Ausläufern des Fichtelgebirges und den quartären Talfüllungen des Roten Mains stark variieren, ist diese Unterscheidung kein akademischer Luxus, sondern entscheidend für die Wahl des richtigen Gründungskonzepts. Fehlt diese Analyse, läuft man Gefahr, die Tragfähigkeit zu überschätzen oder aufwändige Wasserhaltungsmaßnahmen zu unterschätzen. Oft ergänzen wir die Laborergebnisse mit einer SPT-Bohrung vor Ort, um die Lagerungsdichte direkt mit der Kornverteilung abzugleichen.
Die Sieblinie ist der Fingerabdruck des Bodens – in Bayreuth entscheidet sie über Frostsicherheit, Versickerungsfähigkeit und Verdichtbarkeit.
Lokaler geotechnischer Kontext
Bayreuth liegt im Bereich der triassischen Keuperschichten, die oft zu zähplastischen, tonig-schluffigen Verwitterungsböden führen. Das größte technische Risiko entsteht, wenn diese Feinkornanteile unterschätzt werden. Ein Boden mit mehr als 15 % Kornanteil unter 0,063 mm verhält sich plötzlich frostempfindlich – das kann bei einer ungedämmten Bodenplatte zu Hebungen von mehreren Zentimetern führen, die kein Estrich verkraftet. Noch kritischer wird es bei der Versickerung: Weist die Sieblinie einen zu hohen Feinkornanteil auf, ist die geplante Rigolenversickerung nach DWA-A 138 schlicht unzulässig. Ohne exakte Korngrößenanalyse tappt man hier im Dunkeln. Wir haben in Bayreuth schon erlebt, dass Bauherren teure Sickerschächte setzen ließen, die mangels Durchlässigkeit nie funktionierten – ein vermeidbarer Schaden, den eine rechtzeitige Analyse für rund hundert Euro verhindert hätte.
Fragen und Antworten
Warum brauche ich in Bayreuth eine Siebung und eine Schlämmanalyse?
Die Trockensiebung erfasst nur Körner über 0,063 mm. Die tonigen und schluffigen Verwitterungsböden, die in Bayreuth häufig vorkommen, haben aber einen hohen Feinkornanteil unter dieser Grenze. Nur mit dem Hydrometer lässt sich dieser Bereich bis 0,001 mm analysieren. Ohne diesen Wert können Sie weder die Frostempfindlichkeit korrekt einschätzen noch die Versickerungsfähigkeit zuverlässig berechnen.
Was kostet eine Korngrößenanalyse mit Siebung und Hydrometer?
Für eine kombinierte Analyse nach DIN 18123 inklusive Protokoll und Klassifikation liegen die Kosten im Raum Bayreuth üblicherweise zwischen 100 und 140 Euro. Der genaue Betrag hängt vom Aufbereitungsaufwand und der Probenanzahl ab.
Wie läuft die Probenahme ab und welche Menge wird benötigt?
Für die Analyse ist eine repräsentative gestörte Bodenprobe nötig. Bei einem Größtkorn bis 31,5 mm reichen meist 2 bis 3 kg. Wir empfehlen, die Probe aus einer Baggerschurfgrube oder einer SPT-Sonde zu entnehmen und in einem luftdichten Beutel ins Labor zu bringen, damit der natürliche Wassergehalt erhalten bleibt.