Die fränkische Bodenlandschaft um Bayreuth stellt Planer von Verkehrswegen vor besondere Aufgaben. Im Stadtgebiet wechseln sich sandige Keuperböden mit tonigen Verwitterungsschichten ab, während das feuchte Mikroklima des Maintals die Wassersättigung des Untergrunds über weite Teile des Jahres hoch hält. Wer auf diesen Untergründen einen frostsicheren und tragfähigen Straßenoberbau dimensioniert, kommt ohne eine belastbare CBR-Studie für Straßenentwurf nicht aus. Der California Bearing Ratio ist die maßgebende Kenngröße für die Verformungsstabilität des Planums und der ungebundenen Tragschichten. Unser technisches Team führt die Probenahme in Bayreuth durch, bereitet die Prüfkörper normgerecht auf und ermittelt den CBR-Wert unter kontrollierten Laborbedingungen. Bei sehr heterogenen Böden kombinieren wir die CBR-Studie mit einer Korngrößenanalyse, um den Feinkornanteil zu quantifizieren, oder ziehen bei grobkiesigen Auffüllungen den Proctor-Versuch zur Festlegung der Einbaudichte heran.
Der CBR-Wert entscheidet über die Dicke des frostsicheren Oberbaus – eine Kenngröße, die bei Bayreuther Keuperböden stark von der Wassersättigung abhängt.
Lokaler geotechnischer Kontext
Ein Fehler, der bei Ausschreibungen im Raum Bayreuth immer wieder auftaucht, ist die Annahme, ein einzelner CBR-Wert aus dem Labor sei repräsentativ für die gesamte Trasse. Der Keuperuntergrund wechselt auf kurzer Distanz zwischen verwittertem Tonstein und sandigen Lagen – wer nur eine Mischprobe prüft, dimensioniert den Oberbau auf Basis falscher Kennwerte. Die Folge sind Setzungen, Frosthebungen und Risse im Asphalt innerhalb der ersten zwei Winter. Eine korrekte CBR-Studie für Straßenentwurf verlangt eine Beprobung je homogenem Bodenbereich und getrennte Prüfung der Schichten, die später als Planum oder Tragschicht fungieren. Wird der CBR-Wert mit ungesättigten Proben bestimmt, obwohl der Grundwasserflurabstand im Maintal gering ist, überschätzt man die Tragfähigkeit systematisch. Die RStO 12 schreibt den Nachweis am gesättigten Probekörper explizit vor, um den ungünstigsten Fall abzubilden.
Fragen und Antworten
Was kostet eine CBR-Studie für den Straßenentwurf in Bayreuth?
Die Kosten für eine CBR-Prüfung liegen je nach Probenanzahl und Schicht zwischen €150 und €290. Bei umfangreicheren Trassen mit mehreren Beprobungspunkten und zusätzlichen Proctor-Versuchen zur Bestimmung des optimalen Wassergehalts steigt der Gesamtaufwand entsprechend. Wir erstellen ein Angebot, das genau den erforderlichen Prüfumfang abbildet.
Wie viele CBR-Proben sind für eine Straßenbaumaßnahme erforderlich?
Die Probenanzahl richtet sich nach der Variabilität des Untergrunds. Die RStO 12 empfiehlt mindestens eine Probe je anstehendem Bodenhorizont und je 300 m Trassenlänge. Bei heterogenen Keuperböden, wie sie in Bayreuth vorkommen, sollte das Raster enger gewählt werden, um Wechsel von Ton- zu Sandstein sicher zu erfassen.
Welche CBR-Werte fordert die RStO 12 für das Planum?
Die RStO 12 verlangt auf dem Planum einen CBR-Wert von mindestens 15 % für Böden der Frostempfindlichkeitsklassen F2 und F3. Bei geringeren Werten ist ein Bodenaustausch oder eine qualifizierte Bodenverbesserung erforderlich. Auf der Frostschutzschicht muss der CBR-Wert über 25 % liegen.
Kann der CBR-Wert auch vor Ort auf der Baustelle ermittelt werden?
Eine direkte CBR-in-situ-Prüfung mit dem Lastplattenapparat ist möglich, aber aufwendig. In der Praxis setzen wir in Bayreuth das dynamische Plattendruckgerät ein, dessen Evd-Wert mit dem CBR-Wert korreliert werden kann, sofern die Bodenart bekannt ist. Die genormte Referenz bleibt jedoch die Laborprüfung.
Welche Bodenparameter beeinflussen den CBR-Wert am stärksten?
Der CBR-Wert hängt maßgeblich vom Wassergehalt, der Verdichtung und dem Feinkornanteil ab. Tonige Böden verlieren bei Sättigung drastisch an Tragfähigkeit, während gut abgestufte Kies-Sand-Gemische auch im nassen Zustand hohe CBR-Werte liefern. Die Proctor-Dichte und der Ungleichförmigkeitsgrad sind die bestimmenden Parameter.